Unsere Vision: Menschzentrierte Mobilität

Viele Ueberlegungen zur Zukunft sind von technischen Aspekte und aus Statistiken gewonnenen Annahmen zum zukünftigen Mobilitätsverhalten geprägt. Der Mensch und seine Bedürfnisse scheinen nur am Rande in die Ueberlegungen zur zukünftigen Mobilität einzufliessen. Menschzentrierte Mobilität geht vom Grundsatz aus "Mobilität wird von Menschen für Menschen gemacht". Veränderungen im Mobilitätsverhalten sind letztendlich nur möglich, wenn eine grosse Anzahl an Menschen die Veränderungen als positiven Beitrag zu ihrem Leben empfinden. Dies bedeutet nicht, dass Strafen beispielsweise für Fahren unter Alkoholeinfluss nicht möglich sind. Viele Menschen empfinden es als sehr positiv, dass Menschen, die unter Alkoholeinfluss fahren gestraft werden oder gar vom Strassenverkehr ausgeschlossen werden. Sicherheit und Nachhaltigkeit sind zentrale Aspekte menschzentrierter Mobilität. Menschzentrierte Mobilität bedeutet Mobilität, die Spass macht, die sicher ist und die zu möglichst wenig Belastungen der Umwelt führt. Menschzentrierte Mobilität bedeutet, dass sich alle Verkehrsteilnehmenden sicher fühlen, wenn sie unterwegs sind, unabhängig vom Verkehrsmittel, das sie benutzen.  Menschzentrierte Mobilität bedeutet, dass alle Verkehrsteilnehmen nicht mehr Umweltbelastung verursachen als notwendig. Alle Optionen sind zu prüfen, um mehr Nachhaltigkeit im Mobilitätssektor zu erreichen. Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Herausforderungen im Bereich der Mobilität auf und wie digital interveniert werden kann. Lesen Sie die Beispiele bitte aufmerksam durch. Am Ende der Beispiele haben Sie die Möglichkeit, sich direkt an uns zu wenden, und uns weitere Beispiele zu melden oder Sie können uns schreiben, was Sie unter menschzentrierter 
Mobilität verstehen. Wenn Sie die Beispiele lesen, vor allem die digitalen Interventionen, werden viele Leserinnen und Leser sich fragen, ob dies technisch überhaupt möglich ist. Gehen Sie davon aus, dass die geschilderten digitalen Interventionen möglich sind. Die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik schreitet unaufhaltsam weiter. Vielen was heute noch visionär scheint, ist in naher Zukunft realisierbar. Wenn die Gesellschaft, d.h. wir alle, Nutzen in neuen Entwicklungen erkennt, werden sie auch umgesetzt.

Unaufmerksamkeit im Verkehr


Problem: Die Anzahl der Verkehrsunfälle, die durch Unaufmerksamkeit verursacht werden, nimmt ständig zu. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen Autofahrerinnen und Autofahrer, die während des Fahrens sich mit dem Multimediasystem des Fahrzeuges oder mit ihrem Smart Phone beschäftigen. Wenn sich das Fahrzeug mit 50 Km/h bewegt, sind das ca. 14 Meter in der Sekunde. Wenn sich eine Fahrerin oder ein Fahrer fünf Sekunden mit dem Smart Phone beschäftigt, fährt das Fahrzeug ca. 75 Meter. In diesen Metern kann viel passieren, beispielsweise könnte ein Kind in die Fahrbahn rennen.
Digitale Intervention: Eine denkbare digitale Intervention könnte durch Kameras erkannt werden, die das Verhalten der Fahrerin oder Fahrers beobachten und intervenieren, z.B. indem das Fahrzeug abgebremst oder sogar angehalten wird.

Fahrrad

Problem: Es gibt auch Fahrradfahrerinnen oder Fahrradfahrer, die während sie fahren, ihr Smart Phone bedienen oder Musik hören. Ihre Aufmerksamkeit ist stark beeinträchtigt. Sie gefährden sich und andere Verkehrsteilnehmende.
Digitale Intervention: Die Benutzung des  Smart Phones wird digital verunmöglicht, wenn eine Person auf einem Fahrrad unterwegs ist.

Zu Fuss

Problem: Viele Fussgängerinnen und Fussgänger bedienen während sie zu Fuss unterwegs sind ihr Smart Phone. Sie sind nicht in der Lage dem Verkehrsgeschehen zu folgen. Entsprechend gross ist das Risiko, dass durch dieses Verhalten gefährliche Situationen oder gar Unfälle entstehen.
Digitale Intervention:  Das Smart Phone warnt akustisch oder optische Warnung, dass man sich in eine gefährliche Situation  begibt.

Überholen eines Fahrrades ohne Mindest-babstand

Problem: Jede und jeder, der oft auf dem Fahrrad unterwegs ist, kennt die Angst und das ungute Gefühl, wenn man von PKW's, LKW's, Bussen und Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern mit zu geringem Abstand überholt wird. Es geht "ewig" bis das Fahrzeug vorbeifahren ist. Nicht selten kommt es sogar zu Berührungen. Ganz anders die Situation in Spanien: Ein Mindestabstand von 1.5 Metern ist gesetzlich vorgeschrieben. In der Schweiz gibt es diese gesetzliche Regelung noch nicht. Fair wäre es, wenn eine Fahrradfahrerin oder ein Fahrradfahrer nur mit einem Mindestabstand von 1.5 Metern überholt werden kann und bei Gegenverkehr gar nicht überholt werden kann.

Digitale Intervention: Der Abstand zwischen Fahrrad und Fahrzeug wird digital gemessen und bei einem Verstoss gegen den Mindestabstand oder bei Gegenverkehr wird das Ueberholen eines Fahrrad verunmöglicht.

Blockieren eines Velowegs

Problem: Eine leider alltägliche Situation: Eine Autofahrerin oder ein Autofahrer blockiert aus einem nichtigen Grund einen Veloweg. Er oder sie will nur kurz anhalten, um einen Brief einzuwerfen oder schnell noch Gipfeli für das Frühstück zu kaufen. Das Ergebnis ist unfair. Eine Fahrradfahrerin oder ein Fahrradfahrer, der den Veloweg benutzen will, muss absteigen oder noch schlimmer auf die Fahrbahn ausweichen und gefährdet sich. Blockieren von Velowegen durch Fahrzeuge ist unfair.
Digitale Intervention: Es wird verunmöglicht, ein Fahrzeug abzustellen, wenn es auf einem Veloweg steht oder es erfolgt automatisch eine Benachrichtigung der Polizei, wenn ein Veloweg durch ein Fahrzeug blockiert wird.

Zu schnelles Fahren mit einem E-Rollern  in Fussgängerzonen 

Problem: Eine Person auf einem E-Roller fährt mit zu grosser Geschwindigkeit in einer Fussgängerzone und gefährdet Passantinnen und Passanten.
Digitale Intervention: Die Geschwindigkeit von E-Rollern wird in Fussgängerzonen oder beispielsweise Weihnachtsmärkten digital auf 4 Km/h beschränkt

Fairness durch fahrradgerechte Stadtplanung

Problem: Bei der Planung des Verkehrs in vielen Städten und Gemeinden gibt es nach wie vor - entgegen anderslautender politischer Aussagen - Priorität  des motorisierten Verkehrs. Dies führt Velowegen, die nur unter Gefahr zu befahren sind, unübersichtlichen Fussgängerstreifen oder unzureichenden Geschwindigkeitsbeschränken bei Mischverkehr.
Digitale Intervention: Datenanalyse des effektiven Verkehrs und konsequenten Umsetzung der Erkenntnisse, um faire Mobilität zu erreichen.

Jetzt können Sie sich beteiligen

Die Anzahl der Situation, die wir beschrieben haben, ist weder vollständig noch unbestritten. Unser Empfinden, was wir als menschzentrierte Mobilität  verstehen hat sich in den vergangen Jahrzehnten geändert und wird sich in Zukunft weiter verändern.  Wir bitten Sie, ihr Verständnis von menschzentrierter  oder nicht menschzentrierter Mobilität  oder Beispiele, wie menschzentrierte Mobilität durchgesetzt werden kann,  uns via Mail zu schreiben. Wir sind dankbar für jeden, auch kritischen Input. Die Mail werden vertraulich behandelt. Wenn Sie erlauben oder wollen, dass ihre Beispiele oder Aussagen auf dieser Webseite veröffentlicht werden, schreiben Sie uns dies Bitte.