Todesursache Verkehr

Jedes  Jahr sterben mehr als1.3 Millionen Menschen im Strassenverkehr. Er ist, weltweit betrachtet, Todesursache Nummer 9. Wenn man die Anzahl der Todesfälle im Verkehr zur Anzahl der Menschen in den Ländern der Welt setzt, gibt es zudem erschreckende Unterschiede beispielsweise zwischen den Ländern in Europa und Afrika. Tod im Verkehr ist ein Thema globaler Gerechtigkeit und Fairness. Es ist nach wie vor unvorstellbar, wie viele Menschen jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr im Strassenverkehr sterben.  Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen noch sehr viele Anstrengungen um einen fairen, d.h. für alle Menschen sichere und nachhaltigen, Verkehr zu erreichen.

Tote und Verletze im Verkehr

Die Anzahl der Verletzten und Toten im Strassenverkehr in der Schweiz ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen. Trotzdem stirbt in der Schweiz im Durchschnitt jeden zweiten Tag eine Person und zahlreiche Menschen werden verletzt, viele schwer verletzt. Die persönlichen und volkswirtschaftlichen Schäden des Verkehrs sind nach wie vor enorm.

Sicherheit im Verkehr durch Technologie

Technische Innovation, wie Knautschzone, Sicherheitsgurt oder Antiblockiersystem haben geholfen,  die Zahl der Toten und Verletzten im Strassenverkehr zu senken. Aber es ging nicht immer freiwillig. Kampagnen, wie z.B. "Der 7. Sinn", siehe Link unten, zur Nutzung von Sicherheitsgurten, brachten nicht ein erwünschten Nutzen. Erst nachdem per  Gesetz die Gurtpflicht eingeführt wurde, trat auch der Nutzen ein. In Zukunft kann Digitalisierung der Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit im Verkehr leisten.

Digitale Interventionen

Digitale Interventionen sind Eingriffe in das Verkehrsgeschäft, um faire Mobilität zu erreichen.  Verschiedene Arten digitaler Interventionen sind  in Zukunft  technisch möglich und denkbar. Viele der möglichen  Interventionen setzen einen hohen Digitalisierungsgrad der Fahrzeuge und der Verkehrsinfrastruktur sowie ihre umfassende Vernetzung voraus.

Folgende digitalen Interventionen sind in Zukunft denkbar und technisch möglich, wenn sich Verkehrsteilnehmende nicht fair verhalten:

  • Akustische Informationen: So kann beispielsweise eine Autofahrerin oder ein Autofahrer oder eine Radfahrerin oder ein Radfahrer mit einem Warnton darauf aufmerksam gemacht werden, dass er zu schnell fährt oder bei Rot über eine Ampel gefahren ist.


  • Optische Information: So kann beispielsweise im Cockpit eines Fahrzeuges oder eine E-Rollers angezeigt werden, wenn ein E-Rollerfahrer oder eine E-Rollerfahrerin sich zu schnell in einer Menschenmenge bewegt.


  • Haptische Information: So kann beispielsweise das Lenkrad eines Fahrzeuges, der Fahrersitz oder das Gaspedal vibrieren, wenn ein PKW zu schnell gefahren wird.


  • Schulung/Training: Das Fahrzeug kann der Fahrerin oder dem Fahrer Hinweise geben, wie beispielswiese unnötige Lärmemissionen beim Fahren vermieden werden können.


  • Motivation/Wettbewerb: Durch Digitalisierung kann ein Ranking erstellt werden, beispielsweise eine Rangliste der sichersten Fahrerinnen oder Fahrer in der Schweiz.


  • Aktiver Eingriff in den Fahrprozess: Die Geschwindigkeit eines Fahrzeuges kann beispielsweise auf die  erlaubte Höchstgeschwindigkeit digital begrenzt werden, beispielsweise kann dann vor einem Kindergarten oder Altersheim die Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten werden.


  • Automatische Meldung:  Bei Verstössen gegen geltendes Recht kann automatisch eine Information an die Polizei bzw. die Strafverfolgungsbehörden erfolgen. 


  • Automatische Bestrafung: Bei Verstössen gegen geltendes Recht kann bis zu einer gewissen Grenze automatisch eine Bestrafung erfolgen.


  • Optimierung: Aufgrund der vorliegenden Daten kann eine Optimierung des Verkehrs erfolgen. Verschiedene Kriterien, z.B. minimale Zeit, nachhaltiger Verkehr, Entlastung von Wohngebieten, sind denkbar.


  • Prognose: Aufgrund des Verkehrsverhaltens in der Vergangenheit sind Prognosen, beispielsweise über die Fahrfähigkeit von Personen oder zukünftigem Verkehrsverhalten denkbar.